Herbst auf dem Lindberger Schachten

Was den Bauern in den Alpen ihre Almen sind, waren früher im Bayerischen Wald die hochgelegenen Waldrodungen, zu denen im Sommer das Vieh hinaufgetrieben wurde - die sogenannten Schachten. Diese Sommerweiden liegen in der Regel auf den Kammhöhen im Grenzgebiet nach Böhmen und damit heute durchwegs im Nationalpark Bayerischer Wald.


Leider werden sie heute auch durchgängig nicht mehr bewirtschaftet. Auch der Lindberger Schachten, auf den mich eine Wanderung Anfang Oktober führte, wurde bereits Anfang des 20sten Jahrhunderts aufgegeben und wäre längst verschwunden, wenn nicht jährliche Entbuschungsmaßnahmen die Ausbreitung von Heidelbeergehölz und jungen Bäumen wie Buchen regulieren würden. Trotzdem ist die Fläche dieses Schachtens schon von ehemals 16 ha auf weniger als 9 ha geschrumpft.


Dennoch hat sich ein wunderbarer Bestand alter Bergahorne erhalten, die Anfang Oktober in herrlichster Laubfärbung dastehen. Es ist also eine absolut lohnende Wanderung dort hinauf auf 1000 Meter Höhe, von Buchenau in 1 1/2 Stunden gemütlich zu erreichen.



Lindberger Schachten in 1050 m Höhe zwischen Falkenstein und Rachel gelegen



Die Wiesenflächen werden vom Wald zurückerobert - junge Buchen und Fichten, vor allem aber Heidelbeergehölz macht sich breit.



Nur mit Entbuschungsmaßnahmen können die Weideflächen freigehalten werden, um auch im Nationalpark die traditionelle Waldnutzung als Kulturgut erkennbar zu halten.



Die knorrigen Bergahorne sind meist mehrere hundert Jahre alt.



Richtung Osten schaut man am oberen Ende des Schachten auf den Doppelgipfel des Rachel



Die großen Fichten sterben auf breiter Front ab, wie auch hier gut zu sehen.



Noch nie habe ich so viele Fliegenpilze gesehen, wie in diesem Jahr - fotogen sind sie ja allemal!



Hier ein besonders schönes, junges Exemplar

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